Wer eine Geschichte schreibt, der trifft bestimmte Entscheidungen. Aus dem Bestand des gesammelten Wissens wählt die Schreiberin nur einige wenige Sentenzen. Sie muss die Dinge verkürzen, sie muss sie destillieren, sie muss Entscheidungen treffen, die sie nie wieder rückgängig machen kann, weil sie nur ein einziges Mal geschehen. Diskurstheorien haben darauf aufmerksam gemacht, dass es weniger von Interesse ist, was geschrieben wurde, sondern wie es geschrieben wurde, d.h. in welcher Weise das dargestellte Wissen zustande kam. Mit einer Untersuchung, die die Frage nach der Art und Weise stellt, ließen sich die Strukturen erahnen, welche der Produktion von Wissen zugrunde liegen.
Dieser Annahme kann man durchaus zustimmen, jedoch darf die Untersuchung nicht vergessen unter welchen Umständen das Wissen zustande gekommen ist. Um den Fluss des Diskurses erahnen zu können, muss die Pragmatik untersucht werden, die der Produktion von Sätzen zugrunde liegt. Die Tatsache, dass wir überhaupt Texte vorliegen haben, ist bereits eine Aussage darüber, dass es Menschen gibt, die Sätze vollenden wollten. Der Wille Entscheidungen treffen zu wollen bzw. der Zwang Entscheidungen treffen zu müssen hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Länge des Satzes und somit auf die Grundeinheit, die wir in Diskursanalysen untersuchen. Menschen entscheiden sich nicht (nur) freien Willens dazu bestimmte Formulierungen hervorzubringen, die Formulierungen entstehen in einem Geflecht von Abhängigkeiten, die zwar grundsätzlich als sprachlicher Natur untersucht werden können, sich aber von den sprachlichen Akten quantitativ erheblich unterscheiden und daher auch nicht in jeglicher Hinsicht vereinfacht werden können.
Ich entscheide mich jetzt dazu diesen Artikel zu beenden, weil ich heute noch ein ganzes Buch lesen, rezipieren und verarbeiten muss und ich laufe Gefahr, dass das was ich jetzt schreibe niemals so verstanden wird, wie es ursprünglich veräußert werden sollte. Weil es hier endet. Ich erwarte das Weiter-spinnen. Und spinne selbst weiter.
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Jede Frage ist eine Infragestellung (herrschender) Umstände. Jede Antwort dient der Legitimierung von (herrschenden) Umständen.
Antworten sind anwenderorientiert, Fragen sind gegen die Anwendung gerichtet.
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Pling Plang. Ich sitze vor dem Fenster und schaue dir zu wie du mit deinen grünen Stiefeln versuchst bei strömenden Regen das Rad des Wagen zu wechseln.´Ich kann das nicht meintest du und vielleicht hattest du Recht, vielleicht wollte ich sogar im Warmen sitzen und dir dabei zuschauen wie du mit deinen grünen Stiefeln dem Regen davon läufst. Du schaust rüber zu mir, wie ein kleines Kind, und winkst und ich denke: da ist eine Glaswand zwischen uns kaum sichtbar manchmal an der wir beide mit akribischer Präzision gefeilt haben und es noch morgen tun werden.
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Heute schon die Welt auf links gesehen und dein trauerndes Auge verstanden. Verstanden warum die Welt Kopf steht und die Vögel verstummen, wenn ich meinen Fuß in den Garten setze: Ich bin kein Vogel.
Man hatte mir einen Namen gegeben, einen der bereits zuvor tausenden Menschen gegeben worden war, der zuvor Milliarden Lebewesen gegeben worden worden war, und der weniger mir diente als der Tatsache, dass niemand in der Menge besteht, den man nicht rufen kann.
Gewusst hatte ich ohnehin nie viel. Man hatte mir erklärt, was Schlagbäume sind, hier ist Schluss hatte man gesagt und das obwohl ich ganz klar sehen konnte wie sich einen Schritt weiter die Wiese in die Ferne erstreckte. Aber es stimmt: man kann viel darüber lachen, wie belanglos sie eigentlich sind, all die Worte und Geschichten, die man sich ausgedacht hat, die man weitergereicht und verdreht hat, denn wenn man unbedacht versucht über sie zu steigen, stolpern wir dennoch wie über Fallstricke. Manche überleben es nicht.
Wir haben verstanden: nur mit gnadenloser Gedankenlosigkeit und verschlossenen Ohren verklingt der Schall hinter uns, vergilbt das Bild an der Wand. Und deswegen sitzen wir Jungen in warmen Sommernächten in den Parks und zünden Leuchtfeuer, um den Moment explodieren zu lassen und in einem Lichtblitz alles andere verschwinden zu lassen. Die Welt, wenn du so willst.
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Der Vorgang bei dem Dinge erzeugt und mit Wörtern verbunden werden. Da Sprache (idS: frameset) sich in zwei Modi vollzieht, in sich dauerhaft bewegender Form (individuelle Sprachzentren/Lage) und in punktuell vorliegenden Repräsentationen (Äußerungen/Vorlage), muss auch zwischen zwei Arten des Framings unterschieden werden: Als frame-finding (Prozess [senderorientiert - d.h. wartet auf Sendung]) einerseits und als Frame (Repräsentanz/Zeichen [empfängerorientiert - d.h. wartet auf Empfang]) andererseits. Jeder Frame muss dahingehend als Behauptung (oder auch „Beschwörung“) verstanden werden, die abhängig von der Struktur der Sprache (frameset) des Empfängers Eingang in dessen frameset finden können. Da der frame-finding Prozess auch im Individuum unterbrochen und zu einem Frame materialisiert werden kann (dies ist bei dem Teil des Denkens der Fall, der uns sprachlich bewusst in Erscheinung tritt), findet das Framing auch ohne Teilnahme zweier Menschen statt, und kann auf diesem Wege sowohl sprachliche Verhärtung und Selbstbestätigung (Wissen) als auch Verunsicherung und Verzweiflung (Unwissen) verursachen.
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singulare tantum
1. Synonym für bewusst, absolut
2. Kommunikationsblockaden
3. Identitätszerfall
4. (nach dem матрёшка-Prinzip) Ungreifbarkeit
5. Produkt des Balancierens
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Das Zeichen (Frame, siehe framing) ist ein abstraktes Konzept welches die Bindung eines Wortes an ein Ding darstellen soll. Da sich die Dinge streng genommen Praktiken darstellen, während die Wörter prinzipiell(!) beliebig und austauschbar sind, kann das Zeichen nur ein erster Denkansatz sein, um die Funktionsweise von Sprachen nachzuvollziehen.
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Wir nehmen die Welt so wahr, wie wir uns durch unsere eigenen Augen in ihr betrachten.
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Greyboxes sind Zeichen, die hinsichtlich ihrer Vagheit bzw. ihrer Funktion als Container untersucht werden. Substanziell sind sie Platzhalter für das Eigentliche (bzw. „etwas Eigentliches“) d.h. sie spielen auf ein Konzept an, ohne dass es an dieser Stelle in all seiner Komplexität entfaltet werden müsste. Sie helfen uns, Gedachtes zu strukturieren, sie machen letztlich Sprechen möglich.
Insbesondere komplexe Substantive wie „Lifestyle”, „Erfolg“ oder „Gerechtigkeit“ lassen sich als Beispiele für Greyboxes untersuchen indem sie in unterschiedlichen Kontext hinsichtlich ihrer abweichender Konzeption untersucht werden. In kommunikativen Situationen dienen Greyboxes der Optimierung der Kommunikation durch
- Unklarheit (Offenheit nach außen: durch Ungenauigkeit kann die Berührung von Tabuzonen vermieden werden) oder
- Bekanntheit (Geschlossenheit nach innen: durch Verständnis der inneren Konzeption können diese zusammengefasst werden)
Das Potenzial der Greybox besteht zusammengefasst darin, dass
- Kommunikation überhaupt ermöglicht wird, und
- Kommunikation beschleunigt werden kann, indem klare Inhalte in neuen Greyboxes verpackt werden.
Die Problematik der Grexboxes besteht zusammengefasst darin, dass
- die kontextuelle Bedeutung eines isolierten Sachverhalts für eine zweite Person bereits anders bewertet werden kann und
- die Greybox durch zunehmende Nutzung auch zunehmend an Autonomie gewinnt und der Inhalt, den sie repräsentiert sukszessive in den Hintergrund rückt bzw. evtl. schließlich ganz verloren geht.
- die Bedeutung der Greybox wegen ihrer starken Verschachtelung anderer komplexer Greyboxes, semantisch an der Oberfläche kratzt.
Um dies zu vermeiden und gleichzeitig von den Vorteilen des Boxensystems zu profitieren ist die regelmäßige „Öffnung“ einer Greybox die Grundbedingung für ihre langfristige Nutzung.
Jedes Wort ist eine Greybox.
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